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Gebrannter Ölschiefer wird zukünftig auch auf der Schiene transportiert
Holcim Süddeutschland und Hohenzollerische Landesbahn kooperieren
Gebrannter Ölschiefer wird zukünftig auch auf der Schiene transportiert
28. Mai 2010. Dotternhausen. Nun ist es soweit: Seit dem 28. Mai 2010 transportiert die Holcim (Süddeutschland) GmbH gemeinsam mit ihrem Partner, der HzL Hohenzollerischen Landesbahn AG (HzL) Gebrannten Ölschiefer (GÖS) auf der Schiene in die Schweiz. Bei einer Veranstaltung an diesem Tag im Zementwerk in Dotternhausen betonte die baden-württembergische Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Tanja Gönner, in ihrer Rede die große Bedeutung dieses Projekts für Regionalpolitik, Umweltschutz und nachhaltige Verkehrsentwicklung. Tanja Gönner begrüßte es, den ersten offiziellen Blockzug mit 13 Waggons und insgesamt rund 650 Tonnen GÖS feierlich auf die Reise zu schicken. Damit können nun auch die Schweizer Schwesterwerke der Holcim Süddeutschland in Eclépens und Untervaz umweltschonende Zemente auf GÖS-Basis herstellen.
Am Ende ihrer Rede appellierte die baden-württembergische Ministerin an Holcim: "Ich wünsche mir, dass Sie auch in Zukunft gemäß einem Ihrer Leitsätze `verantwortungsbewusst gegenüber Mitarbeitern, Gesellschaft und Umwelt` agieren und dem heutigen ersten Zug noch viele Hunderte folgen lassen." Das Zementwerk der Holcim Süddeutschland plant seit 2008 die Bahnverladung. Bislang gibt es nur wenige Zementwerke, die einen Bahnanschluss haben. Im Zementwerk in Dotternhausen wurde im Rahmen dieses Projekts die vorhandene Gleisanlage im Werk, die im Besitz von Holcim ist, reaktiviert und ausgebaut. So mussten beispielsweise Zufahrtsgleise zu dem 2009 neu errichteten Bahnverlade-Silo gelegt werden. Das neue Silo ist seit Januar 2010 in Betrieb und ist für die Verladung auf die Bahn und auf LKW konzipiert. Insgesamt wurden für das Projekt Bahnverladung und alle damit verbundenen Baumaßnahmen rund 7,5 Mio. Euro bei der Holcim Süddeutschland investiert.
Dieter Schillo, Werkleiter im Zementwerk Dotternhausen, weist auch auf die positiven Umweltaspekte hin: "Wir haben den bestehenden Teil der Gleis-Infrastruktur im Werk genutzt und setzen mit der Bahnverladung ein Zeichen, um langfristig dem zunehmenden Straßenverkehr entgegen zu steuern. Dadurch dass der Transport auf die Schiene verlagert wird, leistet die Holcim Süddeutschland dank reduziertem Energieverbrauch und weniger Emissionen erneut einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Die entspricht unserer nachhaltigen Umweltpolitik."
Mit dem Projekt waren aber nicht nur die Bauarbeiten und Vertragsverhandlungen allein in Dotternhausen notwendig. Damit verbunden war auch, dass die Schwesterwerke in der Schweiz in Eclépens und Untervaz, die zunächst den GÖS per Bahn erhalten, mit zusätzlichen Bahn-Entladestationen und Lagerkapazitäten erweitert werden mussten. Hierzu wurde zudem ein ausgeklügeltes Logistiksystem mit einer eigenen Software entwickelt. Ab nun ist das deutsch-schweizerische Logistiknetzwerk über die Software LOGON verknüpft.
Einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz leistet Holcim dadurch, dass sie ihren Schweizer Schwesterwerken mit dem GÖS die Herstellung umweltschonender Zemente ermöglicht. Hierzu Reto Willimann, Geschäftsführer der Holcim Süddeutschland, in seiner Begrüßungsrede: "Bei Zementsorten, die Gebrannten Ölschiefer enthalten, entstehen deutlich weniger CO2-Emissionen. Die Zementklinkerherstellung aus Kalkstein ist generell recht CO2-intensiv, das lässt sich prozessbedingt leider nicht vermeiden. Bei der Herstellung von Gebranntem Ölschiefer, der hervorragende Bindemitteleigenschaften besitzt, wird rund 30% weniger CO2 freigesetzt als bei der Klinkerherstellung. Wir ersetzen also einen Teil des Klinkers im Zement durch einen Anteil an Gebranntem Ölschiefer, und somit fällt insgesamt deutlich weniger CO2 an. Das heißt, mit diesen Zementen schonen wir die Umwelt und folgen gleichzeitig den hohen konzernweiten Standards in punkto Nachhaltigkeit."
Insbesondere diese viel zitierte Nachhaltigkeit ist für Holcim ein Thema, das in der Unternehmenspolitik einen hohen Stellenwert genießt. Holcim ist sich in allen Werken weltweit ihrer großen Verantwortung für die Umwelt bewusst. So schonen Ersatzbrenn- und Ersatzrohstoffe bei der Klinkerherstellung die natürlichen Ressourcen, vermindern die CO2-Emissionen und senken die Produktionskosten. Alle Steinbrüche und Kiesgruben werden nach beendetem Abbau rekultiviert an die Natur und die Landwirtschaft zurückgegeben. Dass die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, belegt unter anderem der bereits vier mal in Folge an Holcim vergebene Titel "Leader of the Industry", des Dow Jones Sustainability Index. Um diese Auszeichnung zu erhalten, müssen sowohl ökologisches also auch ökonomisches und soziales Engagement nachgewiesen werden. Zur Abrundung dieser ganzen Maßnahmen wird Holcim nun auch in Sachen Transport einen weiteren Schritt in Richtung Umweltschutz, CO2-Einsparung und somit Nachhaltigkeit unternehmen.
Reto Willimann betonte bei der Veranstaltung auch die vorbildliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der HzL: " Wir freuen uns, dass wir in der HzL einen vertrauensvollen Partner für dieses große Projekt gefunden haben. Holcim und die HzL ziehen damit an einem Strang, um in der Region einen Beitrag zu leisten, dass mehr Transporte auf die Schiene verlagert werden. Für Holcim ist die HzL ein kompetenter, flexibler und wirtschaftlich orientierter Partner in der Region."
Auch für die HzL hat dieses Projekt eine große Bedeutung, zumal - wie die Stuttgarter Zeitung im März dieses Jahres schrieb - wegen der Wirtschaftskrise der Güterverkehr auf deutschen Schienen im vergangenen Jahr so stark geschrumpft sei wie seit Jahrzehnten nicht mehr. "Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2009 insgesamt 312 Millionen Tonnen Güter per Bahn transportiert und damit 15,9 Prozent weniger als 2008", so die Stuttgarter Zeitung. Hans Joachim Disch, Vorstandsvorsitzender der HzL Hohenzollerische Landesbahn AG zu dem Vertrag mit der Holcim (Süddeutschland) GmbH: " Die Partnerschaft mit der Holcim Süddeutschland ist für uns eine besondere Herausforderung. Nicht nur weil wir wissen, dass Holcim als besonders bahnfreundliches Unternehmen aus der Schweiz eine hohe Qualität gewohnt ist, sondern auch, weil wir mit der Firma einen weltweit tätigen Kunden hinzugewonnen haben, dem wir gerne, wie vielen anderen Kunden auch, zu denen wir teilweise jahrzehntelange geschäftliche Beziehungen pflegen, unsere Leistungsfähigkeit beweisen möchten. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Holcim Süddeutschland. Sie ermöglicht uns, unser Einzugsgebiet in Richtung Süden hin zu unseren schweizerischen Nachbarn auszuweiten, zu denen ja insbesondere wir in Baden-Württemberg sehr intensive wirtschaftliche und geschäftliche Beziehungen unterhalten. Die HzL als landes- und kreiseigenes Verkehrsunternehmen sieht ihr Tätigkeitsfeld in der zuverlässigen und pünktlichen Bedienung der heimischen, regionalen Wirtschaft. Wir erbringen unsere Leistungen selbstständig, aber auch in Kooperation mit anderen Bahnunternehmen. Allerdings stellen wir uns auch den Herausforderungen eines sicht stetig verändernden Marktes. So sind wir im Einvernehmen mit Holcim eine Partnerschaft zur SBB Cargo als schweizerischem Bahnunternehmen eingegangen, die die erforderlichen Schienenverkehrsleistungen auf dem Gebiet unseres Nachbarlandes erbringt. Wir sind davon überzeugt, mit der SBB einen zuverlässigen und kompetenten Partner gefunden zu haben, der ja durch die bereits seit vielen Jahren bestehende sehr breite Zusammenarbeit bei Holcim bestens bekannt ist."
Weitere Informationen:
Holcim (Süddeutschland) GmbH
Elke Groeger, Leiterin Kommunikation
72359 Dotternhausen
Telefon: 07427/79-228
elke.groeger@holcim.com
HzL Hohenzollerische Landesbahn AG
Hans Joachim Disch, Vorstandsvorsitzender
Bahnhofstraße 21
72379 Hechingen
Telefon: 07471/1806-0
HJDisch@hzl-online.de


Teilnehmer am Festakt:
Regierungspräsident Hermann Strampfer (Regierungspräsidium Tübingen), Reto Willimann, Geschäftsführer Holcim (Süddeutschland) GmbH, Tanja Gönner, Minsiterin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg, Hans Joachim Disch, Vorstandsvorsitzender der HzL Hohenzollerische Landesbahn AG, Vorstandsmitglied der HzL Bernhard Strobel, Dieter Schillo, Werkleiter Zementwerk der Holcim Süddeutschland und Matthias Frankenberg, Erster Landesbeamter des Zollernalbkreises.).


